Kann uns theoretische Literatur helfen, internationale Systeme zu verstehen? Dieser Artikel reflektiert Alexander Wendts Bemühungen, die Natur des internationalen Systems neu zu konzeptualisieren. Der Autor hebt Wendts Diskussion über den wissenschaftlichen Realismus hervor und betont dessen Bedeutung für Studenten der internationalen Beziehungen und der Politikwissenschaft. Wendts Arbeit stellt die Vorstellung in Frage, dass der Konstruktivismus von Natur aus postmodern ist und keinen objektiven Bezugspunkt hat. Der Autor stützt sich auf John Searles Ideen und weist darauf hin, dass eine subjektive Ontologie mit einer objektiven Erkenntnistheorie koexistieren kann. Wendt betont die theoriegeladene Natur allen Wissens und unterstreicht, dass Fakten niemals für sich selbst sprechen. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der bloße Empirismus sowohl in den Sozial- als auch in den Naturwissenschaften unzureichend ist. Theorien prägen die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen, aber sie können die Welt nicht vollständig umgestalten, was den wissenschaftlichen Realismus zu einer entscheidenden Überlegung für das Verständnis der internationalen Dynamik macht.
Dieser im Review of International Studies veröffentlichte Artikel befasst sich direkt mit dem Kernfokus der Zeitschrift auf die Theorie der internationalen Beziehungen. Durch die Reflexion über Wendts Werk und seine Implikationen für das Verständnis des internationalen Systems trägt die Arbeit zum laufenden wissenschaftlichen Diskurs innerhalb des Feldes bei und steht im Einklang mit den akademischen Zielen der Zeitschrift.